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Wochenbett

4 STILL-HACKS FÜR VÄTER

Stillen? Ist das nicht so’n Mütter-Ding? Korrekt! Aber Väter leisten in einer Partnerschaft einen wichtigen Beitrag zum Stillen, damit es – im besten Sinne – gut läuft. Hier erzähle ich dir, warum Stillen kein Selbstläufer ist, worauf du achten kannst und mit welchen Tricks du einen Top-Support lieferst.

Vorab: Es gibt Mütter, die stillen und es gibt Mütter, die nicht stillen. Beides ist total ok. Wenn eine Frau nicht stillt, hat das gute Gründe. Dieser Text richtet sich an Männer, deren Partnerinnen stillen (wollen und können) und die erfahren möchten, wie sie sie dabei unterstützen können.

Egal, ob ich im Krankenhaus gearbeitet, es bei Freunden oder bei meiner Partnerin erlebt habe: Stillen ist eine ganz eigene Disziplin. Und von sehr vielen Faktoren abhängig, damit es gut funktioniert. Mit „gut“ meine ich: Das Baby trinkt regelmäßig alle 3-4 Stunden am Busen (auch nachts), es ist genug Milch da und der Busen ist nach dem Stillen leer getrunken.

WAS DER VATER MIT DEM STILLEN ZU TUN HAT

Als Vater kannst du die Rahmenbedingungen des Stillens beeinflussen, indem Du Deine Partnerin unterstützt. Vier Punkte:

  • Stress ist einer der Oberkiller beim Stillen!
    Eine Frau, die Stress hat – da fließt nix. Sorge dafür, dass deine Partnerin (vor allem am Anfang) sich um nichts kümmern muss und sich ganz auf das Baby konzentrieren kann. Halte sie von allem fern, was sie stört oder nervt.
  • Gutes, leckeres Essen und viel Trinken.
    Schon mal von Still-Demenz gehört? Die gibt es wirklich. Frauen vergessen in dieser Zeit einiges, vor allem Essen und Trinken. Erinnere sie daran, organisiere Essen und was zu trinken – in Sicht- und Greifweite.
  • KEINE Flasche! 
    Ich weiß, das ist sehr verführerisch. Besonders am Anfang deckt die Brust vielleicht (noch) nicht richtig den Bedarf des Kindes ab, da liegt es doch Nahe, dass du deinem Baby eine Flasche gibst. Das Ding ist: Wenn dein Baby an der Flasche trinkt, will es die Brust vielleicht gar nicht mehr. Es ist viel einfacher, an einer Flasche zu trinken als am Busen. Und: Der Busen kann sich nur auf die gesteigerte Nachfrage einstellen, wenn Dein Baby viel angelegt wird. Und wenn dein Baby mal nicht so happy ist, kannst du es trösten.
  • Bei Problemen: Ruf die Hebamme!
    Wenn das Baby die Brust nicht leer trinkt und Deine Partnerin die restliche Milch nicht durch Ausstreichen aus dem Busen bekommt – call a Hebamme! Da kann ganz schnell eine Brustentzündung entstehen, mit Fieber und so. Das geht ruckzuck – innerhalb weniger Stunden. Und das ist dann nicht mehr lustig.

Wenn das Baby die Brust nicht leer trinkt und deine Partnerin die restliche Milch nicht durch Ausstreichen aus dem Busen bekommt – call a Hebamme! Da kann ganz schnell eine Brustentzündung entstehen, mit Fieber und so. Das geht ruckzuck – innerhalb weniger Stunden. Und das ist dann nicht mehr lustig

STILLEN = EINE SENSIBLE ANGELEGENHEIT

Es kann bis zu acht (!) Wochen dauern, bis Mama und Baby das Stillen hinbekommen. Es ist sehr frustrierend, wenn deine Partnerin sich Mühe gibt, das Kind aber vielleicht nicht satt wird. Auch können der Busen und Brustwarzen schon mal arg weh tun.

Vielleicht denkst du dir gerade: Ok ok, aber wenn das alles so kompliziert ist, warum lassen wir das nicht gleich mit dem Stillen und stellen auf Flasche um? Dann haben wir dieses ganze Heckmeck gar nicht. Meine Antwort: Stillen lohnt sich einfach – auch für dich.

STILLEN LOHNT SICH – AUCH FÜR VÄTER

…wirkt wie Medizin. Da ist alles drin, was das Kind braucht. Und noch viel mehr: Bestes, leckeres Essen & dazu Abwehrstoffe.

…ist immer verfügbar.

…hat immer die richtige Trinktemperatur.

…passt sich genau den Bedürfnissen des Kindes an – sogar während einer Stillmahlzeit.

…erspart dir dieses ganz Flaschengedöns: Pulver, mobiles heißes Wasser, Abspülen, Auskochen, usw.

…schont die Umwelt. Es fällt kein Müll an.

Icon Zitat © Nadja Pfeiffer

WENN ICH DEN GANZEN TAG MEIN KIND AM BUSEN HÄNGEN HAB, DANN BRAUCH ICH MEINEN MANN DA ABENDS NICHT AUCH NOCH DRANKLEBEN.

EINE HEBAMME…

…die mal einen Kurs bei mir besucht hat.

WAS SIE DAMIT SAGEN WILL:

Stillen macht satt! Nicht nur das Baby, auch die Mutter – körperlich.

Stillen macht satt! Nicht nur das Baby, auch die Mutter – körperlich. Wenn du das Bedürfnis nach Körperlichkeit spürst, kann es sein, dass der gewohnte Kontakt vorläufig zurücktreten muss. Vorläufig! Deine Partnerin wünscht sich in der Stillzeit dein Verständnis und möchte vielleicht nur noch in den Arm genommen werden nach einem anstrengenden Tag.

Geduld ist das, was da am besten hilft. Es braucht einfach Zeit, im Alltag Raum für alte Rituale zu schaffen. Sobald ein Baby da ist, findet die gemeinsame Sexualität oft neue Ausdrucksweisen, auch weil sich deine Partnerin körperlich verändert hat. Und deiner Partnerin hat gerade einen ganz anderen Fokus: euer Kind.

Wenn du sie aber entlastet und ihr dadurch Räume ermöglichst, auch mal an was anderes zu denken, kann vielleicht wieder was entstehen. Auch hier gilt, wie beim Stillen: Kein Stress! Oder wie meine älteste Tochter immer zu mir sagt: Chill, Digga!

DA KOMMT GANZ SCHÖN VIEL AUF DICH ZU

Vielleicht gelingt es dir ja, mit Neugier dem Ganzen zu begegnen. Und keine Sorge: Das wird schon. Wenn es doch mal Probleme gibt oder schwierig ist, dann ist das ganz normal. Ihr macht da nichts falsch, das gehört am Anfang einfach dazu.

In den meisten Fällen kann euch eine Hebamme weiterhelfen, die ihr für das Wochenbett unbedingt organisieren solltet. Oder eine Still- und Laktationsberaterin: Das ist eine Frau, die eine spezielle Ausbildung rund ums Stillen absolviert hat – quasi eine Busen-Expertin. Schnell fündig wirst du im Netz beim Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen. 

Ich freue mich auch, wenn du mir zu diesem Blog-Artikel einen Kommentar da lässt. Wenn du weitere Fragen an mich hast, Informationen brauchst oder mit mir zusammenarbeiten magst – schreib mir. Vielen Dank für dein Interesse am BALDPAPA-Blog.

Stand: 18. Februar 2022
Bildquellen: Pixabay, Shutterstock

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